Montag, 25. September 2017

Hipster-Kaffee auf die feine Art und Patisserie vom Himmel: van den Daele Café in Aachen


Hier sitzen Touristen neben dem selbsternannten Aachener Adel. Familien neben Solo-Kuchenesser. Enkel neben Großeltern. Auf einer Ecke in Aachen, Marktnähe und damit an einer Seite nur über das dicke Kopfsteinpflaster zu erreichen, befindet sich dieser Ort zum Genießen. Auf der Seite mit dem Kopfsteinpflaster stehen bei gutem Wetter Tische und Stühle. Auf der anderen Seite drängen sich Nasen neben Nasen, um durch das Schaufenster die feinste Patisserie zu bewundern. 
Nehmen wir mal an, wir sitzen draußen in der kleinen Gasse an einem Tisch auf dem Kopfsteinpflaster. Im Sommer weht hier ein angenehmer Wind und die Schau auf dem Kopfstein-Laufsteg ist besser als Kino. Viel wichtiger ist es, die Bedienung zu erwischen. Die Damen sind nicht immer aufmerksamkeitsstark, was für den Gast immer mal wieder Nachteile haben kann. Hat man endlich die Bedienung erwischt, bestellt man erst den Kaffee. Denn hier läuft alles noch wie nach der alten Schule. Kaffee wird bei der Kaffeedame bestellt, Kuchen an der Theke. Dort erhält man einen Zettel, den man der Kaffeedame gibt und Getränk sowie Köstlichkeit an den Tisch bringt. 
Das hat den Vorteil, dass man nicht durchs Schaufenster auf die Patisserie schaut, sondern sie direkt und ohne Glas dazwischen observiert. Ein Törtchen? Ein Stück Sahnetorte? Ein bisschen Tarte? Im Winter gibt es übrigens keine Überlegung, sondern immer Apfelstrudel. Also bei mir. Das Patisserie-Angebot bleibt natürlich bestehen. 
Und was sollte man dabei trinken? Nun, wie die Hipster erkannt haben, ist frisch aufgebrühter Kaffee lecker und instagramtauglich. In diesem Café weiß man das seit ewigen Zeiten und schon lange vor der Erfindung der Foto-App. Deshalb gibt es als Hauskaffee einen Kaffee, der durch ein Sieb frisch in die Tasse läuft. Grandios lecker und sehr bekömmlich. 
Um zum Geschmack der Patisserie-Stücke zu kommen. Wie gesagt, der Apfelstrudel ist unglaublich. Beim letzten Besuch hatte ich ein Zitronen-Tartelette und war begeistert. Der Teig war wie ein Mürbeteig sein muss und bröselte leicht. Die Creme war leicht sauer, abgerundet durch die Schicht Baiser. 
Ich kenne nicht viele Café in Aachen. Dieses kann ich für jede Lebenslage empfehlen. Die Törtchen, den Sitzplatz draußen, sowie die Sitzplätze in den alten Holzstuben auf der ersten Etage. 


Das Café: van den Daele 
Meine Empfehlung: eine Tasse Hauskaffee und alles in der Kuchentheke
Plätze: ne Menge, Glück muss man aber trotzdem haben
Dran denken: Kuchen an der Theke bestellen und den Zettel am Tisch abgeben
Warum ich die van den Daele so mag: Wegen Erinnerungen. 

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