Freitag, 7. April 2017

New York City – das etwas andere Kennenlernen




Meinen totalen Glücksmoment hatte ich auf der Brooklyn Bridge. Da habe ich realisiert, dass ich in New York City bin. Vorher war ich einfach nur da, aber nicht angekommen. Auf der Brücke, die für mich persönlich DAS Wahrzeichen für NYC noch vor dem Empire State Building und der Lady Liberty ist, habe ich es erst realisiert. New York – du hattest mich nicht beim Hello. Denn unser erstes Kennenlernen war etwas anders, es wurde von Blizzard Stella gecrushed. Die Pläne, die ich für meine drei Tage sorgfältig geschmiedet hatte, konnte ich vergessen. Aber wenn man eine Stadt bei extremsten Wetter kennen und lieben lernt, kann sie nur so besonders wie NYC sein.




„The City that never sleeps“ sing Frankie und lügt. Ich stand (fast) alleine am Times Square, (fast) alleine auf der Brooklyn Bridge und ging ohne, dass mich ein Auto störte, über die 5th Avenue. So ganz entspannt und romantisch war das natürlich nicht, denn den Eisregen und –sturm hätte ich ohne meine Skijacke, meine Leggins unter der Jeans und meinen drei Schuhwechseln nicht standgehalten. Aber wer noch Selfies im Blizzard machen kann, hat seine höchste Stufe nicht erlebt ;-) Mir hat es gereicht, denn die Stadt war definitiv nicht so, wie man sie sich vorstellt. Die Geschäfte hatten zum größten Teil geschlossen. Bei Macy’s gab es keine Winterschuhe oder Gummistiefel mehr. Straßenteile waren gesperrt, weil sie nicht passierbar waren. In Midtown steckten Autos vor Skyscrapern im Matsch fest. Eiszapfen wuchsen an den Straßenschildern, Eisblöcke krachten von den Häuserfronten. Schneeraupen fuhren statt Yellow Caps durch die Straßen. Die meisten Uber-Fahrer hatten sich frei genommen, sodass einige der wenigen Yellow Caps zur Überraschung sehr schnell zu bekommen waren. Am Flat Iron lief ich in die falsche Richtung, weil ich mich an keinen Häusern orientieren konnte. Im Chelsea Market und bei Eataly wärmte ich mich mit Suppe und Kaffee auf, weil ich keine Auswahl zu anderen Restaurants hatte. Mein Blizzard-Tag verging schnell – ohne meinen Plan, 20 Kilometer durch Manhattan zu laufen, schaffen zu können.


Mein Anreisetag war sehr surreal. Unausgeschlafen und super nervös, was der große Sturm wohl bringen mag, lief ich durch Downtown. Zum Glück (!!!) hatte ich mein Ticket für das One World Observatory für diesen Tag gebucht. Zwei Stunden verbrachte ich dort und sah die Stadt bei Tageslicht, beim Sonnenuntergang und wie sie in der Nacht funkelt. Tausende Lichter hellten auf und wäre ich nicht um 20 Uhr wegen Ende der Besucherzeit rausgeschmissen worden, wäre ich wohl noch länger geblieben. Die Show im One World Observatory ist typisch amerikanisch und inszeniert, die Aussicht einfach ein Traum. Ich kann nicht viele Tipps zu New York geben, obwohl jeder mit seinen Tipps lossprudelt, sobald man eine Reise nach NYC erwähnt. Einen habe ich trotzdem: Vom One World Observatory ist die Sicht grandios und ein wahnsinniger Einstieg in einen Städte-Trip. Die Erinnerungen, die Umrisse des ehemaligen Südturms mit den Namen im Grund und dem Wasserfall als Umrandung rauben einem allerdings den Atem, wenn man dort noch nie war. Macht es nicht als erstes Ziel.



An meinem dritten Tag hatte ich nur bis zum frühen Nachmittag Zeit, weil am Abend mein Flieger Richtung Denver ging. Der Aufenthalt sollte nur ein Sleepover werden und ich wollte einen Einblick bekommen, wie NYC so ist. Das habe ich am dritten Tag zumindest ein bisschen erhalten.
Ich wollte mit ein Stück über die Brooklyn Bridge nicht nehmen, da ich einfach auf ihr stehen wollte. Mein Plan, mit der Fähre nach Brooklyn zu fahren und von ihr nach Manhattan rein zu gehen, hat nicht funktioniert. Es lohnte sich dennoch, da ich wirklich (fast) alleine auf ihr stand. 
Von dort ging es im Eiltempo nach Chinatown, Little Italy, Soho. Tribeco, Nolita, West Village und Hells Kitchen habe ich leider nicht mehr geschafft. Ebenso wie die Upper West und East Side. Chelsea habe ich ein wenig auf dem Weg zum Chelsea Market gesehen. Zumindest, was eingeschneit zu sehen war.



Am dritten Tag schaffte ich noch den mittlerweile wieder weihnachtlichen Central Park. Ich habe zu Weihnachten das Buch New York Christmas bekommen und wollte eigentlich immer ein solches Bild wie das aus dem Park machen. Tatsächlich ist meines sehr ähnlich geworden. Dann habe ich noch eine Runde durch Midtown gedreht und musste früher als ich wollte zum Flughafen. Großartige Foodie-Tipps habe ich deshalb nicht, weil ich eigentlich keine Zeit zum Essen hatte. Beziehungsweise, weil zeitweise Shake Shack als einziger Laden auf hatte...

Natürlich hatte ich nicht nur happy Momente. Zweimal war ich richtig sauer auf das Wetter. Einmal, als der Bagel-Laden, den ich besuchen wollte, wegen des Wetters geschlossen hatte. Und das andere Mal, weil ich mich mit der Subway verfahren und wertvolle Zeit unterm East River verloren hatte. Aber wer weiß, wofür es gut war...

Es war halt ein schönes, aber anderes Kennenlernen. NYC – wir haben eine Rechnung auf.






















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