Mittwoch, 19. April 2017

Amazing Atlanta: Viel zu oft unterschätzt {What to do and what not to do}



Die Aussicht bietet sich vom Piedmont Park.

Es hätten viele Menschen die Möglichkeit, Atlanta kennenzulernen. Durch den gigantischen Flughafen ist die Stadt Dreh- und Angelpunkt für viele Reisende. Warum dort nicht aussteigen? Es lohnt sich.
Zugegeben, ich war nicht dort, weil ich aus Südamerika oder sonst wo umgestiegen bin, sondern weil ich dort Familie besucht habe. Und da Locals die besten Guides sind, habe ich einige Ecken gesehen, die in den ganzen Listen „50 Things to do in Atlanta“ nicht beschrieben werden. Das möchte ich hier weitergeben.
Atlanta, die Perle des Südens, wächst und bietet einen angenehmen Kontrast aus Posh-Hoods und urban Jungle. Downtown hat es mir besonders angetan. Es ist ein geschichtsträchtiger Teil der Stadt. Die Nachwirkungen der Civil Rights Bewegung sind noch immer zu spüren. Dr. Martin Luther Kind Junior, der in Atlanta geboren und begraben wurde, wacht gefühlt immer noch über die Stadt und besonders über diesen Teil.
Was ich an ATL besonders mag: Städte wie New York, San Francisco oder Los Angeles sind zwar super fancy und Touristenziele Nr. 1. Wer aber wirklich eine amerikanische Großstadt kennenlernen möchte, ist in Atlanta perfekt aufgehoben. Sie wirkt sehr authentisch. Die kulturellen und kulinarischen Angebote sind so vielfältig, dass auch die unterschiedlichsten Menschen eine gute Zeit in Atlanta haben. Man kann praktisch alles essen, worauf man Lust hat und landet nach kurzer Recherche garantiert in einem Spitzen-Lokal. Sportevents, Restaurants und Cafés aller Art, Malls, Natur, Museen, Konzerte, ... wer nicht wie ich das Glück hat, dort eine Connection zu haben, aber gerne reist, wird früher oder später garantiert die Chance haben, in ATL nicht nur einen Zwischenstopp zu machen, sondern auch auszusteigen. Es lohnt sich. #truetoatlanta






Streetart entdecken 

Downtown und Midtown bieten einige Ecken. Die Streetart wechselt von Motiven, die praktisch in jede Stadt passen würden, zu politischen Statements. Auch hier dominiert das Civil Rights Movement, vor allem im Sweet Auburn District. Im Krog Street Tunnel warten unglaubliche Kunstwerke an den Wänden. Ich bin selber nur mit dem Auto an einer Stelle durchgefahren und hatte keine Zeit, Fotos zu machen – wie an so manchen Stellen Downtown. Es ist halt auch immer die Frage, ob man alleine in bestimmten Ecken rumlaufen möchte, obwohl ich mich tagsüber immer sicher gefühlt habe. Ein anderer Hotspot ist Little Five Points mit Bars und ziemlich abgedrehten Shops. 







Streetmarkets 

Wer Streetart mag, wird auch Streetfood und Streetfoodmarkets mögen. Davon habe ich drei getestete. Der Krog Street Market und der Sweet Auburn Market liegen in Downtown. Die Märkte sind ungefähr gleich groß und haben ein ähnliches Angebot von BBQ, Mexican Food, Smoothies, Sweet-Treats,... Im Sweet Auburn Market kann man allerdings auch Gemüse und Fleisch für die eigene Zubereitung Zuhause kaufen.
Es gibt noch den Ponce City Market, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist. Wir haben ihn nach einem Spaziergang über die Beltline erreicht, ein Stück Spazierweg, der ebenfalls weiter ausgebaut werden soll und von Künstlern gepimpt wird. Der Ponce City Market ist deutlich größer und erstreckt sich auf mehrere Etagen. Die Foodhalle wirkt mehr fancy als die anderen beiden Märkte und „exotischere“ Gastros führen dort Restaurants oder Food-Stände. Auf den anderen Etagen gibt es Shops und Geschäfte (nicht nur Food) sowie Büros. Dieser Markt hat mich ein wenig an den Chelsea Market in New York erinnert – nur hat mir der Ponce City Market deutlich besser gefallen. Er ist größer und freundlicher.







Foodie-Tour

Ich habe selber keine gemacht, kann das aber guten Gewissens weitergeben: Durch Atlanta bieten sich bestimmte, organisierte Touren an, die mir empfohlen wurden. Zum Beispiel eine Tour, die geschichtlich einiges erklärt, und gleichzeitig in bestimmten Cafés und Restaurants halt macht. Wer ein Fan solcher Touren ist, sollte sich überlegen, eine in Atlanta mitzumachen.








Museum for Civil and Human Rights 

Noch nie war ich in einem Museum, das mich so berührt hat. Zwischendurch verliert man den Glauben an die Menschheit und zum Schluss wird einem mal wieder bewusst, wie ekelhaft die Welt ist. Das Museum hat 2014 eröffnet und dokumentiert die Geschichte des Civil Rights Movements in den USA sowie den heutigen Stand der Menschenrechte. Es gibt sehr emotional die Bewegung wieder und auch wenn es einen sehr nachdenklich nach dem Besuch stimmt und bestimmt keine Glücksgefühle auslöst, sollte sich jeder diesem Stück Geschichte und Gegenwart bewusst werden. 





Aquarium

Wer im Georgia Aquarium war, muss im Prinzip nie mehr in eines rein – denn dieses Aquarium bietet von Delfin Show, Beluga-Walen, Walhaien und vielen anderen Arten von Meeresbewohnern alles. Ich selber bin kein Zoo-Fan und denke immer daran, dass Tiere eingesperrt werden. Die Tiere im Aquarium vermehren sich allerdings selber. Deshalb vertrauen ich darauf, dass es den Tieren gut geht und dass das Aquarium mit gutem Gewissen unterstützt werden kann.



Westin 

Selber hätte ich es nicht gewusst und bin für den Tipp sehr dankbar. Das Westin in Midtown, nicht weit vom Aquarium und Civil Rights Museum, bietet von der Aussichtsplattform einen 360-Grad-Blick auf Atlanta. Es besteht die Möglichkeit, oben etwas zu essen oder trinken – oder das unten zumindest zu sagen, um die 8 Dollar Eintritt nicht zahlen zu müssen ;-)

Oakland Cemetry

Ein Spaziergang über einen Friedhof kann etwas sehr friedliches haben. So war es beim Oakland Cemetry, der sehr alte Grabstätten beheimatet. Solche Friedhöfe findet man nicht oft in den USA. Er ist perfekt für einen Spaziergang und anschließendes Pause in der Octane Coffee Bar. Was man schließlich auch nicht oft findet, ist ausgezeichneter Kaffee - und den gibt es dort. 







Wandern gehen

Selber habe ich nur den Amicalola Falls State Park kennengelernt, doch schon alleine dieser rund 2,5 stündige Hike (inkl. Pause) machen Lust auf mehr. Leider war das an meinem vorletzten Tag, sonst hätte ich meine Hiking-Tour fortgeführt. Für einen halben Tag also auf die Liste schreiben: Auto mieten, raus aus ATL und ab in die Natur.



Was sich nicht lohnt

In jedem Bericht werden die CNN-Tour und das Coca-Cola-Museum angepriesen. Vor den Besuchen wurde ich schon gewarnt, dass ich nicht zu enttäuscht sein soll. Und tatsächlich: Wer nicht wie ich Marketing-verliebt in Coca Cola und journalistisch-verliebt in CNN ist, sollte es lassen. Die Eintrittspreise sind zu teuer für das, was geboten wird. Im Coca-Cola-Museum ist die Werbe-Ecke interessant. Allerdings lockt das Museum mit dem Angebot, jedes Produkt des Konzerns probieren zu können. Diese Ecke mit überdrehten Kindern, klebrigem Boden und viel zu süßen Getränken hat mich allerdings angewidert. Es zeigt nur: Die originale Coca Cola bleibt die Beste.

CNN dauert nur rund 50 Minuten, kostet aber rund 16 Dollar. Wer sowieso zum Aquarium oder Westwin geht, kann mal kurz ins Gebäude rein, da die Eingangshalle, die gleichzeitig die Eingangshalle zur PhillipsArena ist, sehr beeindruckt. Während der Tour war der Newsroom sehr interessant, was in dem Newsroom passierte, konnte ich meinem Guide und der angehängten Schulklasse nur leider besser erklären... Beides hatte zwar interessante Seiten, aber ATL hat selber zu schöne Seiten, um diese gegen die beiden Touren einzutauschen.

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